Alarmierung


Die Feuerwehr kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit Menschen in Dörfern und Siedlungen leben, werden sie von gewaltigen Feuerinfernos heimgesucht. Früher zu Zeiten, in denen mit offenem Feuer gekocht wurde und in denen Licht mit Kerzen oder Kienspänen erzeugt wurde waren Großfeuer wesentlich häufiger als es heutzutage der Fall ist. Durch die Bauweise mit Holzwänden und Dächern mit Holzschindeln oder Reet breiteten sich vermeintlich kleine Brände rasch aus und konnten somit ganze Städte in Schutt und Asche legen. Erst ab dem 15. Jahrhundert, als sich die Steinbauweise durchsetzte, nahm die Zahl der Großbrände ab.
Zu Zeiten des Mittelalters sind noch Nachtwächter durch das Dorf gelaufen und haben bei einem Feuer mit ihrem Brandhorn Alarm geschlagen. Damals war es noch Aufgabe der Dorfbewohner das Feuer zu löschen. Aber die Mittel waren schlecht. Eimer aus Leder, hölzerne Leitern und mangelnde Wasservorräte waren nur selten erfolgreich gegen Großbrände.
Mit den Anfängen des Feuerwehrwesens in Nieder- und Oberhermersdorf blies noch ein Mitglied der Feuerwehr, welches als Brandwache mit dem Fahrrad durch das Dorf fuhr, bei Gefahr seine Kameraden mit dem Brandhorn zusammen.

In Oberhermersdorf erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr auch über die Kirchenglocken. Die Feuerwehrleute eilten dann schnell zu ihren Löschgeräten um dann gemeinsam zu dem Einsatzort zu fahren.
Später wurde über Sirenen alarmiert. Auf dem Gerätehaus an der jetzigen Cervantesstraße wurde 1927 und auf dem Oberhermersdorfer Rathaus 1935 eine Sirene installiert. Diese dienten nicht nur zur Alarmierung der Feuerwehrleute, sondern auch zur Warnung der Bevölkerung unter anderem vor Fliegeralarm oder Hochwasser.

Ausgelöst würde die Sirene erst noch über nahewohnende Feuerwehrmitglieder. So betätigte der damalige stell. Wehrleiter von Oberhermersdorf Alfred Günther nach telefonischer Verständigung die Sirene auf dem Rathaus von seinem Fenster im gegenüberliegenden Felbergut, heute Fritzsch, Adelsbergstraße 290, durch einen Knopf. Nach dessen Tod wurde der Alarmknopf für alle zugänglich neben die Eingangstür des Rathauses verlegt.
Nach der Eingemeindung von Adelsberg 1950 wurden überall Brandmelder installiert. Ab da an wurden die Sirenen über die zentrale Leitstelle in der Schadestraße ausgelöst.
1990 wurde, unter anderem auch auf Wunsch der Bevölkerung, die stille Alarmierung eingeführt. Dabei wurde die Bevölkerung nicht durch das Aufheulen der Sirene gestört, sondern jedes aktive Feuerwehrmitglied über einen FME
( Funk- Melde- Empfänger), umgangssprachlich auch Piepser genannt, zum Gerätehaus gerufen. Über den Funkmeldeempfänger erhalten die Feuerwehrangehörigen Informationen zu Zweck und Ort des Einsatzes.
Später erfolgte die stille Alarmierung über einen digitalen Meldungsempfänger.
Heutzutage sind wieder vermehrt Sirenen zur Hochwasserwarnung im Einsatz.